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Kniend-vor-Dir-kleinEigentlich war es ein Gedicht, das ich irgendwann nach 1982 in Erinnerung an eine schwere Zeit geschrieben hatte. Ich kniete vor meinem Wohnzimmersessel und fühlte mich meiner schwierigen Situation ausgeliefert. Ich betete zu Gott und erinnerte mich an seine biblischen Zusagen, die ich seitdem ich Christ wurde, auch für mein Leben beanspruche.
Doch an diesem Abend kam die Antwort nicht. Und so entstand später das Gedicht über die Zeit zwischen Gebet und Erhörung; eine Zeit, die jeder Mensch dann und wann durchmacht und über die es, wie ich empfinde, viel zu wenige hilfreiche Lieder gibt.

1996 kam mir plötzlich eine Melodie zu diesem Gedicht in den Sinn und die erste Zeile des Liedes ‘Kniend vor Dir’ war geboren. Nach einer kurzen Telefonkonferenz mit Martin Sellke* (um sicher zu gehen, dass die Melodie wirklich nicht geklaut ist...), war dieser sehr begeistert, notierte die Melodie und präsentierte mir kurz darauf einen Chorsatz.

V1:
Meine Seele ruft zu Dir
kniend beug ich mich vor Schmerzen,
meine Sorgen wiegen schwer.
Meine Seele ruft zu Dir
all die Lasten meines Herzens,
lege alles hin vor Dir.

Refr.:
Deine Kraft soll Stärke sein,
grad für die, die ganz allein.
Herr, so knie ich vor Dir.
Deine Kraft soll Stärke sein,
grad für die, die ganz allein,
sende Deine Hilfe mir.

Sechs Jahre, viele Konzerte und zwei CD-Veröffentlichungen später, bringen mich veränderte Umstände dem Lied ‘Kniend vor Dir’ erneut sehr nahe. Fragend beschäftige ich mich mit den Gegebenheiten und dem Text und packe einen Teil meines Kummers in die Verse 2+3. Wann das veränderte Lied, eventuell mit einem neuen Arrangement, zu hören sein wird, steht noch nicht fest. Doch den erweiterten Text lasse ich Euch gerne schon mal lesen:

V2:
Meine Seele ruft zu Dir,
Herr die Tränen meines Herzens,
sorgenvoll, ein Meer in mir.
Meine Seele ruft zu Dir,
sprich ein Wort, ich will es glauben.
Lass mich spüren, Du bist hier.

V3:
Meine Seele ruft zu Dir,
zweifelnd, wartend, will ich hoffen.
...
... (ohne Worte)
...
Kann nicht schweigen. Bist Du hier?

Refr.:
Deine Kraft soll Stärke sein,
grad für die, die ganz allein.
Herr, so knie ich vor Dir.
Deine Kraft soll Stärke sein,
grad für die, die ganz allein,
sende Deine Hilfe mir.

Es ist schon lange nicht mehr ‘mein’ Lied. Viele Zuhörer wurden in den letzten Jahren durch Text und Melodie berührt, teilweise sogar innerlich geheilt. Für manche war es eine Gebetshilfe in auswegloser Situation und eine Ausrichtung zu Gott hin, als sie alles zu erdrücken schien. Ich wünsche mir, dass dieses Lied noch viel Segen verbreitet.

Andreas Bargel


* Martin Sellke ist ein guter Freund und sehr erfolgreicher Musiker. Nach vielen musikalischen Jahren in Berlin, geprägt von Rock-Band, Gospelchor, Kammerchor, eigener Musikschule und ‘wasweißichnochwas’, lebt er nun im Westen der Republik und ist als sehr gefragter Seminarleiter u.a. für den ‘Christlichen Sängerbund’ unterwegs. Ohne seine feine Musikalität wäre dieses Lied niemals so schön geworden. Danke Martin! ...und liebe Grüsse an Gesa.

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